Mastodon Logo weiß

NoMoorGas


Der Aufbruch von dem magischen Ort der NoMoorGas Menschen fiel schwer. Dafür war nach einer kleinen Sandpartie der Weg entspannt durch Wald, Wiesen und Felder. Dank der eilig geschriebenen und gewonnenen Eilklage durften wir als Demo auf der Autospur fahren statt wie zuerst gefordert auf (meist eh nicht vorhanden) Fahrradwegen.

Nicht nur einmal kreuzten wir die Pipeline-Baustelle. Wie absurd falsch diese Baustellen dort in der Landschaft wirken; wie ein Traum von einem perfekten Urlaub im Grünen, aus dem eins durch den schrillen Weckerton, in Form der brutalen, fossilen Realität geweckt wird.

Das erste Ziel war der Neubau einer Gasverdichterstation bei Bremen-Embsen. Trotz gewonnener Klage mussten wir unsere Fahrräder ca. 400 entfernt abstellen und zur Baustelle laufen. Den Weg, den die Polizei erst wegen Bedenken um unsere (?!) Sicherheit nicht freigegeben hatte, haben wir ohne Bedenken beschreiten können (war asphaltiert). Dort haben wir ordentlich Lärm und Rauch aus unserer Kathi-Reiche-Pipeline auf dem Fahrradanhänger gemacht. Der Flashmob hat zum Die-In geführt und Christian Völker hat uns vor den Toren der Klimazerstörer in die Technik der Gasverdichterstation eingeführt.

ILF, die Ingenieurs-Beratungsfirma, die ihre Finger im Neubau dieser Verdichterstation hat, wirbt für sich mit "the art of engineering". In was für einer Welt leben wir eigentlich, wenn es "Kunst" sein soll – v.a. in Zeiten von Dürren, Überschwemmungen und Waldbränden – neue fossile Infrastruktur zu bauen?! Menschliche Kreativität kann doch in so viel schönere, so viel sinnstiftendere Projekte fließen, als in sowas!

Wie wäre es z.B., wenn wir stattdessen einfach mal unsere OKNB-Tour "Kunst" nennen würden?!

Wir radelten weiter über Achim und Syke, hielten Kundgebungen ab, immer dabei unser tolles acht Meter Banner, das wir zu Beginn der Tour gemalt hatten. In der Rede beschäftigen wir uns heute mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz und der Absurdität der Abschaffung von allen sinnvollen Klimaschutz und sozialen Maßnahmen.

Außerdem füllten unsere Awareness-Menschen ihre Naschereien-Vorräte auf, mit denen sie gute Laune und Energieschübe an die OKNB-Pedalistas verteilen.

Unser Nachtlager haben wir dann auf dem herrlichen Bioland-Bauernhof Steding in Klein Bramstedt zwischen Syke und Bassum aufgeschlagen. Mehrere hundert Jahre alte Eichen und Buchen zwischen denen sich die Scheunen und Höfe verteilen und überall Felder mit köstlichem, gesunden Gemüse. Wir schlugen unsere Zelte unter Kirsch- und Apfelbäumen, neben Rhabarberfeldern oder blühendem Grünkohl auf.

Es gab noch ein paar Drohenfotos mit menschlichen Buchstaben, denn es galt Dank für stabile und solidarische Aktivisti auszudrücken:
Zum Ersten für die, die stabile Rechtshilfe geleistet haben, durch die wir die spontanen Klagen gewannen, damit die heutige Tour auf der Straße anstatt auf Fahrradstreifen stattfinden konnte. Auch trotz dem Versuch unser Demonstrations- und Versammlungsrecht einzuschränken, konnten wir nun in Sicht- und Höhrweite einer milliardenschweren klimaschädlichen Infrastruktur unsere Kundgebung abhalten.
Zum Zweiten für die NoMoorGas Menschen, die uns gestern zu dem magischen Ort so herzlich eingeladen haben.

Wir werden alle gebraucht. Schließt euch uns an! Egal ob nach Berlin, Hamm, Brüssel, oder… Nur mit vielen Menschen bringen wir die Dringlichkeit und politischen Druck auf die Straße. Exit Gas - Enter Future!

crossmenuchevron-down linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram