Nachdem wir wegen des Ukraine-Kriegs aufgehört haben, Gas aus Russland zu beziehen, will die Regierung jetzt noch mehr neue Gaskraftwerke bauen. Klingt komisch, ist aber so. Das Gas dafür soll aus anderen fragwürdigen Staaten wie Katar oder den USA kommen, damit diese ein Druckmittel gegen uns haben, wenn wir von ihrem Gas abhängig sind. Für die Anlieferung per Schiff wurden eilig neue Häfen und Pipelines gebaut - viel mehr, als nötig gewesen wäre, und mit Lieferverträgen, die jahrzehntelang laufen.
Die Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) versucht jetzt ihr Bestes, um den Ausbau erneuerbarer Energien zu verlangsamen, Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen zur Kostenfalle zu machen, und stattdessen in Massen Gaskraftwerke zu bauen, deren Kosten auf den Strompreis umgelegt werden. [1][2][3]
Dass Katherina Reiche vor ihrem Amt in der Gasbranche tätig war, ist natürlich reiner Zufall. [4]
Strom aus Gaskraft ist in der Herstellung ca. doppelt so teuer wie Strom aus Erneuerbaren [5]. Zwar braucht es flexible Kraftwerke, um Zeiten ohne Wind und Sonne abzudecken, statt dem einseitigen Fokus auf Gas sollte hier lieber auf Wasserkraft, Biomasse und Großbatteriespeicher gesetzt werden. [6]
Erdgas ist ein fossiler Energieträger - wie bei Kohle und Öl wird bei der Verbrennung viel CO2 frei. Das ist der Hauptverursacher der Klimakatastrophe. Bei Förderung und Transport gelangt das Erdgas direkt in die Luft. Dann ist es als hochwirksames Treibhausgas bis zu 100x schädlicher als CO2. [7]
Die Wirtschaft sollte uns Menschen dienen, nicht anders herum. Wir haben uns ein System geschaffen, das die Ausbeutung von Mensch und Natur belohnt - wer die Macht dazu hat, profitiert. Unsere gegenwärtige Wirtschaft basiert auf Krediten und funktioniert nur, solange immer mehr produziert wird, um die alten Zinsen zu bezahlen. Ganz gleich, ob wir mehr arbeiten und mehr konsumieren wollen oder ob der Planet die nötigen Ressourcen für unendliches Wachstum hergibt.
Es ist zwar extrem gut darin, materiellen Wohlstand zu schaffen, jedoch nicht darin, diesen zu verteilen. Wer viel hat, kann schnell mehr daraus machen, wer wenig hat, bleibt arm. Schon längst ist genug für alle da, trotzdem leben viele im Mangel.
Dass es auch anders geht, zeigen Bürgerenergiegenossenschaften, solidarische Landwirtschaft und andere Formen von Organisation in lokaler Gemeinschaft. Der Mensch ist ein Gruppentier und von Natur aus solidarisch mit dem eigenen Umfeld. Lasst uns diese Kultur wieder aufleben und den einsamen Konzernbossen ein buntes, solidarisches Miteinander entgegenhalten!
Organisier dich!
Ob Verein, NGO oder Kollektiv - Du wirst gebraucht!
Organisationen wie NoMooreGas und andere lokale Initiativen gegen Gasausbau freuen sich über Mitglieder und Spenden.