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Der Apfelbauer


Die ersten 60 Kilometer sind geradelt, neue Beziehungen wurden geknüpft, verschiedene Rollen wurden ausprobiert – das Gesamtgebilde beginnt sich zu formen.

Jeder Mensch kann jede Rolle übernehmen. „Ich habe Skills? Toll, ich teile sie gerne mit dir, damit auch du diese Rolle übernehmen kannst! Wir sind alle hier auf der Tour; wir sind die Tour!“

Wir radelten rein in den Trubel von Hamburg City und hielten eine Versammlung am Jungfernstieg ab. Es gab eine Rede, ein Lautsprecher-Trike, Snacks, Pause, Flyer für Passant*innen und Wiedersehen mit alten Bekannten – alles im Sinne von "Exit Gas, Enter Future!".

Unser Nächstes Ziel: Das Alte Land. Seit Jahrhunderten Überflutungsgebiet der Elbe, geschützt durch Deiche. Heute ist es ein Obstanbaugebiet. Doch dies ist nun wieder bedroht durch den klimabedingten steigenden Meeresspiegel.

Dort lud uns Demeter Apfelbauer Claus Blohm ein auf seinem Hof zu campieren.

Am Abend bekamen wir Besuch vom Samtgemeindebürgermeister Timo Gerke, der uns herzlich empfing und unsere OKNB-Radtour Lokal- und Bundespolitisch einordnete. Die Gemeinden würde gerne Flächen für Windkraft an der Autobahn ausschreiben, doch werden politisch blockiert und bekommen stattdessen in Stade zu dem alten Atomkraftwerk ein neues LNG Termial.

Der erste Tag in einem Satz: Eine aktivistische Radreise ohne formale Hierarchien ist anstrengend und planerisch herausfordernd, macht aber verdammt Spaß und stiftet Sinn in unsicheren Zeiten.

Bis morgen!

PS: Anekdoten und Learnings des heutigen Tages:

Wusstet ihr, dass die Flutung der alten Tagebauten in der Lausitz dazu führt, dass die Elbe weniger Abfluss hat und das Meerwasser weiter flussaufwärts gelangt, wo es dann versehentlich zur Bewässerung der Äpfel benutzt wurde?

Regen hält uns nicht auf, für eine klimagerechte und erdgasfreie Zukunft zu kämpfen.

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