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Kindergarten


Die Ruhe des Abends hielt leider nicht bis in den Morgen. Ab ca. 3:00 Uhr donnerten die ersten LKW über die gestern abend noch so stille Straße direkt vor unserem Nachtlager. Später wurden diese abgelöst durch Schulkinder und -busse.

Die Tour startete heute, indem uns eine Regenfront begrüßte, in die wir direkt hineinfuhren. Doch wir alle sind gut ausgestattet, haben Regenklamotten dabei. Und schlechtes Wetter stoppt nicht unseren Protest!

Weil die Straßen heut zuerst klein und ruhig waren und Kalle, unser vierbeiniger, pelziger Begleiter, Bewegungsdrang hatte, lief er einfach neben uns her.

Unsere heutige Kundgebung fand am Pipeline-Rohrlager bei Ottersberg statt. Aktivist:innen von NoMoorGas empfingen uns dort sehr herzlich und wir hielten gemeinsam eine Versammlung ab. Auch durch Ottersberg führt die Pipeline bis nach Achim - allerdings muss diese per Tunnel für Unsummen unter dem Naturachutzgebiet der Wümmearme durchführt werden. Dieses Geld könnte so viel besser in Erneuerbare Energien investierr werden. Deshalb Exit Gas - Enter Future!

Videoaufnahmen per Drohne waren erst intensiver Absprache möglich. Nach einer kurzen Führung an der Pipline-Baustelle, später im Camp, hatten wir die Polizei im Camp.
Eine Frage bleibt: Warum ist es eigentlich immer die Polizei, die strukturelle Verbrechen schützt?

Die Menschen von NoMoorGas führten uns zu einem der bisher schönsten Ort dieser Tour: eine Wiese bei Ottersberg, umgeben von Mischwald, einem verwilderten Ziergarten, Pferden, Schweinen, Holzskulpturen und Saunawagen direkt an der Wümme. Unsere Gastgeber:innen stellten uns Getränke und eine warme dusche bereit; die selbstgebauten Trockentoiletten im Wald können nicht anders als kleine Kunstwerke beschrieben werden.

An diesem magischen Ort hielten wir gemeinsam mit lokaler Politik eine Diskussionsrunde über den Kampf gegen Erdgasbohrungen, die fossile Industrie vor Ort und klimapolitische Vernetzung ab. Dies war wieder eine wunderbare Möglichkeit, um Kontakte zu knüpfen und unsere Kämpfe zu vernetzen

Ist es möglich ein Plenum in 15 Minuten abzuhalten? Vielleicht. Wir brauchten mal wieder etwa einen Stunde – aber ihr wisst ja "Plenum ist wichtig für die Revolution!"

Der Abend endete an einem gemeinsamen Lagerfeuer mit revolutionären und utopischen Liedern: eine Gitarre und viele Stimmen hoffnungsvoller Menschen machten die Magie dieses Tages perfekt.

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